Form und Freiheit

Die ungegenständliche bzw. abstrakte Kunst entwickelte sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Schrittweise verabschiedeten sich die Künstler von der rein abbildenden Funktion in Malerei und Plastik zugunsten einer freieren Formensprache und Bildkomposition. Paul Klees Ausspruch „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ brachte es auf den Punkt: Die Kunst emanzipierte sich von der Aufgabe der Naturnachahmung – die malerischen Mittel Form, Farbe und Malgestus wurden jetzt zum Bildthema. Die Sommerausstellung, die bis auf wenige Ausnahmen Werke aus der Sammlung der Städtischen Wessenberg-Galerie versammelt, verfolgt über den Zeitraum von mehr als hundert Jahren in spannungsvollen Gegenüberstellungen den Weg von der abbildenden Kunst über die figurative Abstraktion hin zum ungegenständlichen Schaffen.