August Deusser. 1870 – 1942

Der Maler August Deusser, 1870 in Köln geboren und 1942 in Konstanz am Bodensee gestorben, zählte in den künstlerisch bewegten Jahren zwischen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg zu den herausragenden Vorkämpfern für die Durchsetzung der Moderne im Rheinland. Erste Erfolge feierte Deusser ab 1897 mit seinen Historien und Militärgemälden. Vor allem die Darstellung von Kavallerie-Soldaten bei ihren militärischen Übungen faszinierte ihn, das Thema Pferd und Reiter sollte ihn lebenslang beschäftigen. 1902 heiratete er die vermögende Malerin Elisabeth Eugenie Albert. Von nun an war er finanziell unabhängig und wandte sich einer impressionistisch beeinflussten Freilichtmalerei zu. Aus dieser Umorientierung erwuchs zugleich sein entschiedenes kulturpolitisches Engagement. Von zentraler Bedeutung wurde 1908 der Sonderbund, eine Ausstellungsinitiative, die er zusammen mit Julius Bretz, Max Clarenbach, Walter Ophey, Wilhelm Schmurr und anderen ins Leben rief. In die Sonderbund-Jahre fällt auch die bedeutendste Schaffensphase von August Deusser. Ohne sich vom Gegenstand zu lösen, entwickelte er in Anlehnung an die Kunst des Neoimpressionismus, der Fauves und Cézannes eine eigenständige künstlerische Handschrift.